Gestern begegnete mir eine Mutter der neuen Generation (obwohl im gleichen Alter wie ich) die die lästige Erziehung ihrer Kinder ganz in die Hand öffentlicher Institutionen gibt.
Immer mittwochs gebe ich einen Tastschreibkurs (Zehn-Finger-Schreibsystem) für die Unterstufe eines Gymnasiums. Die Schüler sind häufig müde, nach einem langen Schultag und überdreht, aber gut drauf und erstaunlich motiviert. Schon nach ein paar Unterrichtseinheiten zeigen sich die ersten Fingerakrobaten, aber auch Kinder die vorher skeptisch waren, machen große Fortschritte. Ein Junge hat allerdings überhaupt keine Lust auf den „Mist“ und macht in den 90 Minuten allerhand „jedöns“. Ich mag ihn, finde aber auch, dass er die anderen Schüler stört und sich selber nicht quälen sollte, denn der Kurs ist freiwillig und wer nicht will sollte auch nicht müssen, denn so lernt man nichts.
Ich sprach erst mit ihm, dann mit seiner Mutter und diesen Dialog mit der Mutter muss ich hier mal kurz wiedergeben:
Ich: „Frau X, ihr Sohn hat überhaupt keine Lust auf den Kurs. Wollen Sie ihn nicht
lieber raus nehmen. Das macht doch keinen Sinn. Warum soll er sich denn
quälen?“
Fr. X: „Natürlich hat der keine Lust, ich habe ihn ja dazu verdonnert das zu machen. Aber in Ihrem Prospekt steht: Jedes Kind lernt bei uns mit Spaß das Zehn-Finger-Schreibsystem. Wenn mein Sohn keinen Spaß hat, liegt das nicht an ihm sondern an Ihnen. Dann ist ihr Kurs nichts wert und ich kann mein Geld zurück verlangen.“
Ich: „Nun, die anderen Kinder sind motiviert, machen mit und haben anscheinend auch Spaß, aber gegen Arbeitsverweigerung bin ich machtlos. Was soll ich Ihrer Meinung nach mit Ihrem Sohn machen? Ich kann ihn doch nicht zwingen.“
Fr. X: „Das ist ihr Problem. Wenn Sie meinen Sohn nicht motivieren können, taugt Ihr Kurs nichts.“
Der arme Junge. Von seiner Klassenlehrerin weiß ich, dass er bisher aus allen Kursen rausgeflogen ist und sie sich wundert, dass ich eigentlich ganz gut mit ihm auskomme. Fr. X kam gestern zum Hospitieren in die Klasse, ging ein ums andere Mal zu ihrem Sohn an den Platz und flüsterte mit ihm, so lange bis dem Jungen die Tränen in den Augen standen. Das tat mir in der Seele weh.
Für mich heißt das, bevor man einen nervig, wilden und anstrengenden Jungen wegen seiner Art verurteilt, oder ihn bestraft, sollte man sich erstmal seine Eltern angucken. Denn wie heißt es so schön: „Die Kinder kommen selten auf die Nachbarn.“
Bis morgen…….
"frei"-berufler
"frei"-berufler
Freiberuflerin, oder Hausfrau mit drei Jobs, Kind, Mann und Hund? Ja, was bin ich denn? Ein Tag vergeht wie im Flug, ist ausgefüllt bis zum Rand und trotzdem bleibt die Frage: "Was habe ich heute eigentlich gemacht?" Also....
Freiberuflerin, oder Hausfrau mit drei Jobs, Kind, Mann und Hund? Ja, was bin ich denn? Ein Tag vergeht wie im Flug, ist ausgefüllt bis zum Rand und trotzdem bleibt die Frage: "Was habe ich heute eigentlich gemacht?" Also....
Donnerstag, 30. Juni 2011
Montag, 27. Juni 2011
Montag
Langes Wochenende, Feier- und Brückentag liegen hinter uns und ich sollte top erholt sein. Aber, nur zwei Stunden Schlaf tragen nicht zu meiner jugendlichen Frische bei. Um halb zwei stand der Hund jauchzend vor meinem Bett. Sie wollte in den Garten. Dem armen Tier war schlecht (zwei geklaute Grillwürstchen waren schuld, nehme ich an). Sie fraß Gras und übergab sich. Noch drei Mal in dieser Nacht und ich war hellwach. Leider konnte ich von dieser fröhlichen Wachheit nichts in den Vormittag retten und daher sitze ich hier nur mit einem wachen Auge. Vor der Tür wird unser Vorgarten gepflastert und ich versuche mich auf mein „Allerlei“ auf dem Schreibtisch zu konzentrieren. Gähn.
Wie gut das es To-Do-Listen gibt. Die arbeite ich peu a peu, ganz langsam, ab.
Da es heute sehr heiß werden soll, möchte das Kind heute Nachmittag mit mir ins Stadionbad. Bei dem Gedanken in einem völlig überfüllten Freibad in der Sonne brutzeln zu müssen, finde ich Büroarbeit geradezu erfrischend.
Bis morgen.....
Wie gut das es To-Do-Listen gibt. Die arbeite ich peu a peu, ganz langsam, ab.
Da es heute sehr heiß werden soll, möchte das Kind heute Nachmittag mit mir ins Stadionbad. Bei dem Gedanken in einem völlig überfüllten Freibad in der Sonne brutzeln zu müssen, finde ich Büroarbeit geradezu erfrischend.
Bis morgen.....
Mittwoch, 22. Juni 2011
Mittwoch
Also wirklich, Spaß ist anders. Um 7:45 Uhr, noch mit nassen Haaren saß ich am Schreibtisch mit meinen ersten Telefontermin. Übernachtungsgast mümmelte mit Kind und Mann noch gemütlich am Frühstücksbrötchen. Nachdem ich mich in einen gesellschaftsfähigen Zustand gebracht, und die ganze Bagage aus dem Haus vergrault hatte, konnte der Tag beginnen. Unterlagen zusammen packen und zwei Kundenterminen wahrnehmen. Leider erfolglose Kundentermine, zumindest der eine. Bei dem anderen gibt es noch Hoffnung. Mal sehen.
Anrufbeantworter vollgebabbelt. Jetzt aber bloß niemanden zurückrufen den ich gerne sprechen würde, sonst ist wieder eine Stunde dahin. Gerne würde ich auch mit meiner Cousine reden, aber dann sind eineinhalb Stunden dahin. Geht nicht. „Sitz, platz, halt die Klappe, kleiner Schweinehund in mir. Ich muss noch sechs Unterrichtseinheiten vorbereiten.“
Immerhin, ein kleines Highlight: Eine Stunde Hunde-Gassi-Gehen, mit einer Freundin. Leider bei strömendem Regen.
Nachmittags: Zahnspangentermin mit meiner Tochter. Da kann ich wieder die nette Zahnärztin bei der Arbeit beobachten. Überhaupt könnte ich in die Praxis bald einziehen, so häufig wie wir dort sind.
Ach nee, Spaß ist irgendwie anders.
Bis morgen…….
Dienstag
Gestern beneidete ich meine Zahnärztin. Nicht dafür, dass sie meine Krone neu einbetonieren musste und auch nicht dafür, dass sie jeden Tag vielen fremden Leuten in den Mund schauen darf, sondern für die Struktur ihrer Arbeit. Ihr stellt sich die Frage was sie als nächstes machen soll/muss nicht. Das Wartezimmer ist jederzeit voll. Von morgens bis abends hilft sie einem Patienten nach dem anderen, nur unterbrochen von einer kurzen Mittagspause. Sie weiß immer was als nächstes zu tun ist und sie weiß was sie abends getan hat. Cool!
Ich wusste es vorhin nicht. Nach einem dreistündigen Termin in Dormagen saß ich etwas ratlos und unruhig an meinem Schreibtisch vor einer ziemlich langen To-Do-Liste und sprang immer wieder, wie ein verschrecktes Huhn, auf. „Du brauchst dringend einen Kaffee, Barbara.“ Also, runter in die Küche. Zurück an den Schreibtisch. Leider kam ich dabei an einem Spiegel vorbei. „Du musst unbedingt zum Friseur.“ Also, schnell einen Termin vereinbart. „Ah, eine E-Mail von XY, wie schön, die musst du gleich beantworten.“
Okay, dachte ich mir, mach eine Pause, sortier dich neu und dann fängst du nochmal an. So wird das ja nichts. Also, einen Apfel gegessen, dabei die Morgenzeitung durchgeblättert. Telefon. „Quatsch nicht so lange, Barbara“, ermahnte ich mich. „Du musst noch was tun.“
„Mama, du musst mir mal helfen, ich versteh das nicht.“ Sprach das Kind.
„Hast du an unseren Übernachtungsgast gedacht, für heute.“ Sprach der Mann. Nein habe ich nicht. Oje, total vergessen. Muss noch das Bett überzogen werden.
„Okay, jetzt aber.“ Noch schnell zwei geschäftliche E-Mails und einen Werbebrief verfasst und…... „Was gibt es zum Abendessen?“ Sprachen meine beiden Mitbewohner. „Gut, ich gebe auf und Hunger habe ich auch.“
Vielleicht ist es doch nicht so schlecht anderen Leuten den ganzen Tag in den Mund zu schauen…….
Bis morgen…..
Montag, 20. Juni 2011
Montag
Es ist 8:45 Uhr. Kind und Mann sind aus dem Haus, der Hund ausgeführt, die E-Mails gelesen und bearbeitet. Ein Protokoll, meine Reisekostenabrechnung und kleinerer Papierkram sind auch erledigt. Vor neun brauche ich nicht zum Telefon zu greifen, da klingel ich nur ins Leere.
Ein ganz normaler Montagmorgen. Die Arbeitswoche hat begonnen. Arbeit? Hmm, sagen wir, der Alltag einer ganz normalen Woche hat begonnen. Ich bin Freiberuflerin. Hört sich zumindest gut an. Aber vielleicht bin ich auch eine Hausfrau mit drei Jobs, diversen Hobbies, vielen Interessen und einem kleinen Freundeskreis der gepflegt werden will. Genau so wie die Familie, der Garten und das Haus auch ein wenig Pflege erhalten möchten.
Laut neusten Erhebungen wählen immer mehr Menschen den Weg der freiberuflichen Arbeit. Die Einen weil sie die Freiheit lieben zu arbeiten bei freier Zeiteinteilung, ohne Chef im Nacken. Wobei jeder Auftraggeber ein kleiner Chef ist dem man dient und eine freie Zeiteinteilung nur bei niedriger Auftragslage möglich ist. Die Anderen weil sie keine Wahl haben, evtl. nicht in ihrem alten Beruf arbeiten können oder aufgrund ihres Alters keine feste Anstellung mehr bekommen. Gründe gibt es viele.
Nun, meine Auftragslage in dieser Woche ist mäßig, inklusive Feier- und Brückentag am Donnerstag und Freitag steht sie wohl eher unter dem Motto „frei“, statt „beruf“ und trotzdem wird auch diese Woche wie im Flug vergehen und ich mich fragen: Was hast du eigentlich die ganze Zeit gemacht?
Vor zehn Jahren war die Lage klar. Aufstehen, Frühstücken, stylen und zur Arbeit gehen in ein Büro mit festen Arbeitszeiten und Kollegen. Kalender aufschlagen, E-Mails beantworten, Telefonate führen und von einem Meeting ins nächste rennen. Sollte tatsächlich mal ein Leerlauf eintreten, stand entweder ein Chef oder ein Kollege am Schreibtisch, oder das Telefon klingelte. Leerlauf beendet. Fragen wie: Was mache ich als nächstes?, Was hat Priorität?, Wozu habe ich Lust?, stellten sich nicht. Morgens rein ins Hamsterrad und abends wieder raus. Fertig. Der Tag hatte eine feste Struktur. Und auch die Frage am Ende des Tages: Was habe ich heute eigentlich gemacht?, kam nicht auf. War ja klar. Ich war arbeiten. Auch wenn der Arbeitstag nicht immer produktiv war, wertvolle Zeit in endlosen Meetings versandete, auf Dienstreisen verpuffte, oder sich am internen Wahnsinn einer Firma wund lief.
So, was mache ich denn jetzt?
Jetzt sind wohl auch die Herrschaften von der Wohnungsbaugesellschaft wach und munter, ebenso wie mein Steuerberater und eine meiner Chefinnen, dann werde ich jetzt mal telefonieren. Danach erwartet mich ein netter Zahnarzttermin. Zur Belohnung treffe ich mich mit einer lieben Freundin beim Sushi-Man zum Mittagessen. Ist ja nur, weil ich keine Kantine habe und essen muss der Mensch ja, gell. Aber danach geht es ja noch weiter: Kind, Hund und neue Homepage gestalten, eine Liste von Schülern anrufen, Termine absprechen und im nu ist der Tag vorbei. Falls mir heute Abend wieder nicht einfallen will was ich heute den ganzen Tag gemacht habe, kann ich das ab jetzt in meinem Blog nachlesen.
Bis morgen….
Ein ganz normaler Montagmorgen. Die Arbeitswoche hat begonnen. Arbeit? Hmm, sagen wir, der Alltag einer ganz normalen Woche hat begonnen. Ich bin Freiberuflerin. Hört sich zumindest gut an. Aber vielleicht bin ich auch eine Hausfrau mit drei Jobs, diversen Hobbies, vielen Interessen und einem kleinen Freundeskreis der gepflegt werden will. Genau so wie die Familie, der Garten und das Haus auch ein wenig Pflege erhalten möchten.
Laut neusten Erhebungen wählen immer mehr Menschen den Weg der freiberuflichen Arbeit. Die Einen weil sie die Freiheit lieben zu arbeiten bei freier Zeiteinteilung, ohne Chef im Nacken. Wobei jeder Auftraggeber ein kleiner Chef ist dem man dient und eine freie Zeiteinteilung nur bei niedriger Auftragslage möglich ist. Die Anderen weil sie keine Wahl haben, evtl. nicht in ihrem alten Beruf arbeiten können oder aufgrund ihres Alters keine feste Anstellung mehr bekommen. Gründe gibt es viele.
Nun, meine Auftragslage in dieser Woche ist mäßig, inklusive Feier- und Brückentag am Donnerstag und Freitag steht sie wohl eher unter dem Motto „frei“, statt „beruf“ und trotzdem wird auch diese Woche wie im Flug vergehen und ich mich fragen: Was hast du eigentlich die ganze Zeit gemacht?
Vor zehn Jahren war die Lage klar. Aufstehen, Frühstücken, stylen und zur Arbeit gehen in ein Büro mit festen Arbeitszeiten und Kollegen. Kalender aufschlagen, E-Mails beantworten, Telefonate führen und von einem Meeting ins nächste rennen. Sollte tatsächlich mal ein Leerlauf eintreten, stand entweder ein Chef oder ein Kollege am Schreibtisch, oder das Telefon klingelte. Leerlauf beendet. Fragen wie: Was mache ich als nächstes?, Was hat Priorität?, Wozu habe ich Lust?, stellten sich nicht. Morgens rein ins Hamsterrad und abends wieder raus. Fertig. Der Tag hatte eine feste Struktur. Und auch die Frage am Ende des Tages: Was habe ich heute eigentlich gemacht?, kam nicht auf. War ja klar. Ich war arbeiten. Auch wenn der Arbeitstag nicht immer produktiv war, wertvolle Zeit in endlosen Meetings versandete, auf Dienstreisen verpuffte, oder sich am internen Wahnsinn einer Firma wund lief.
So, was mache ich denn jetzt?
Jetzt sind wohl auch die Herrschaften von der Wohnungsbaugesellschaft wach und munter, ebenso wie mein Steuerberater und eine meiner Chefinnen, dann werde ich jetzt mal telefonieren. Danach erwartet mich ein netter Zahnarzttermin. Zur Belohnung treffe ich mich mit einer lieben Freundin beim Sushi-Man zum Mittagessen. Ist ja nur, weil ich keine Kantine habe und essen muss der Mensch ja, gell. Aber danach geht es ja noch weiter: Kind, Hund und neue Homepage gestalten, eine Liste von Schülern anrufen, Termine absprechen und im nu ist der Tag vorbei. Falls mir heute Abend wieder nicht einfallen will was ich heute den ganzen Tag gemacht habe, kann ich das ab jetzt in meinem Blog nachlesen.
Bis morgen….
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