"frei"-berufler

"frei"-berufler

Freiberuflerin, oder Hausfrau mit drei Jobs, Kind, Mann und Hund? Ja, was bin ich denn? Ein Tag vergeht wie im Flug, ist ausgefüllt bis zum Rand und trotzdem bleibt die Frage: "Was habe ich heute eigentlich gemacht?" Also....




Montag, 31. Januar 2011

Projekt 180 – Finale




Am Wochenende geht meine Konsumdiät zu Ende. Und wie mit vielen Dingen die man mal so anfängt, kam auch bei mir eins zum anderen. Aber der Reihe nach: Habe ich durchgehalten? Ja und Nein. Ich habe meine Habseligkeiten um 6 Teile erweitert: Zwei Kleider (davon eines selbstgenäht), eine Jeans (da ich 10 Kilo abgenommen habe und mir langsam alles vom Leib fällt) und ein paar Schneestiefel, nachdem meine sieben Jahre alten Stiefel undicht wurden, ausgerechnet als der dickste Schnee lag und zwei Bücher. Eines habe ich hier schon besprochen und ein weiteres kommt von Karen Duve „Anständig essen“. Ansonsten habe ich mich eher von Dingen getrennt, als weitere anzuhäufen. Insofern war ich also nicht zu 100% konsequent, aber ich bin zufrieden, da keine meiner Anschaffungen nutzlos war und auch in Zukunft werde ich mir jede Anschaffung genau überlegen.
So, das war das Eine und jetzt komme ich zum „Anderen“: Wer sich einmal auf sehr unterhaltsame Weise mit unserer modernen Ernährung und den Folgen beschäftigen möchte, dem empfehle ich den o.g. Selbstversuch von Frau Duve zu lesen. Es ist witzig, überaus spannend, erspart einem leider nicht das ein oder andere schmutzige Detail zu Tierhaltung, aber danach sieht man vieles mit anderen Augen.
Im Herbst merkte ich, dass sich meine Konsumdiät nicht alleine auf Konsumgüter im herkömmlichen Sinn beschränken kann. Einmal angefangen kam ich von Hölzchen auf Stöckchen: Was essen wir eigentlich und warum? Wo kommt unsere Nahrung her? In wie weit werden wir fremdbestimmt? Man hat uns aus der Verantwortung genommen. Wir gehen in den Supermarkt in der Annahme uns nur eben unser Mittagessen zu besorgen, aber die Auswahl trifft längst die Ernährungsindustrie für uns, die uns sagt was lecker und gut für uns ist und wir nicken dankbar über das Schlaraffenland was sie uns bietet ohne weiter über das Woher und Wie nachzudenken. Auch wenn wir den Gedanken daran gerne verdrängen, aber die Hähnchenpfanne für 2,99 hat nunmal eine Vorgeschichte, denn das Hähnchen wurde schlecht ernährt, grausam gehalten und hatte ein schreckliches und kurzes Leben. Okay, ich höre schon auf. Erzählen wollte ich eigentlich nur, dass sich in den letzten Wochen und Monaten auch der Lebensmittelkonsum unserer Familie radikal verändert hat. Es gibt nicht nur eine wöchentliche Abo-Gemüsekiste als Neuerung in unserem Haus. Fleisch und Milchprodukte kaufe ich nur noch regional aus artgerechter Tierhaltung. Dabei kommt es weniger auf Bio oder nicht Bio an, sondern auf die Einstellung und Leistung des einzelnen Bauern. Und spannend ist die ganze Sache auch noch, denn ich lerne ständig neue Produkte kennen und – was soll ich sagen: ES SCHMECKT!
Teuer? Naja, natürlich hatte ich in der Vergangenheit schon Anfälle von Pressatmung an der Kasse eines Biometzgers, aber das gute Gewissen und der Geschmack gleichen das leicht wieder aus, dafür gibt es eben weniger Fleisch und die Kosten für meinen Gesamteinkauf sind nicht gestiegen, da nicht mehr so viel Kram wahllos in meinem Einkaufswagen landet. Am Anfang hat man etwas mehr Mühe bei den Einkäufen, aber das legt sich sehr schnell. Ich kann nur sagen: Anständig essen ist machbar und bezahlbar. Probiert es aus.
balba

Montag, 24. Januar 2011

Mal Ernsthaft!



Konsumdiät hin oder her: Wer nichts ausgibt kann auch nichts sparen. Erst gestern ermahnte ich meinen Gatten doch in Zukunft bitte soviel zu verdienen, dass unsere monatlichen Ausgaben eine Summe erreichen bei der sich Sparen wirklich lohnt. Als Beispiel dient mir hier Mrs. Lisa Unwin mit ihrem Blog: Austerity Mum (Sparsamkeitsmutti) http://www.telegraph.co.uk/property/propertynews/8276061/Austerity-Mums-3.4m-new-home.html
Sie zeigte der Welt in ihrem Blog wie man doch den ein oder anderen Taler einsparen kann, z.B. in dem man eben nicht mehr mit dem Privatheli, sondern einfach nur First-Class in den Urlaub fährt und zwar nicht ins teure Hotel, sondern in eigene Ferienhäuser auf den Malediven oder in den französischen Alpen. Man muss Opfer bringen. Neulich gab sie sogar die Schuhe ihres Manns zum Besohlen in der Bond Street ab. Ein Frevel. Immerhin verfügt ihr Mann selbstverständlich über einen eigenen Leisten bei einem der wirklich guten Schuhmacher in der Bondstreet und wenn Schuhe abgelaufen sind, dann macht dieser eben ein paar Neue, für ca. 2.500 Pfund, oder so. Sie hatte sogar die Stirn ihrem verschwenderischen Mann zu sagen, dass 12 Designer Jeans reichen Naja, wollen wir mal nicht ungerecht sein, immerhin hat sie ein Herz für unterprivilegierte Menschen. Den Vorschlag, ihren Garten in Zukunft selber zu pflegen lehnte sie mit der Begründung ab: Das wäre total grausam dem Gärtner gegenüber, der braucht doch seinen Job. Sehr gut Frau Unwin, man hat schließlich Verantwortung für seine Domestiken.
Also Schatz, streng dich an! Wie soll ich sonst einen Helikopter einsparen, wenn wir uns nicht mal Erster Klasse leisten können. So geht das wirklich nicht weiter.
balba