
Wenn man schon nichts Überflüssiges konsumieren darf und möchte, dann gehen die Gedanken automatisch zu den Dingen die nichts kosten. Ein schönes Beispiel ist das Lächeln. Lächeln, grinsen, griemeln, schmunzeln, glucksen, gackern, all das ist zu 100% kostenlos.
Ich entwickle mich zum notorischen Dauerlächler und man sagt doch eigentlich: „So wie es in den Wald ruft, so schallt es heraus.“ Demnach müsste ich für jedes verschenkte Lächeln ein Lächeln zurück bekommen. Leider geht die Rechnung nicht auf. Passend zum obigen Sprichwort habe ich das gestern Mittag im Stadtwald ausprobiert. Ich habe alle Menschen, die Alten, die Jungen, Mütter mit Kinderwagen, Hundebesitzer, Jogger, Radfahrer, einfach Allen die mir direkt begegnet sind – es mögen so um die 15 Personen gewesen sein - , freundlich angelächelt. Zurückgelächelt haben drei. Ein Radfahrer weil ich ihm den Weg frei gemacht habe und zwei Hundebesitzerinnen. Eine magere Ausbeute. Eine Mutter mit Kinderwagen hat immerhin noch gelächelt als sie Susi gesehen hat, denn die sieht mit ihrem Wuschelfell im Moment wirklich zum knuddeln aus. Mir ins Gesicht geschaut hat sie nicht. Genau so wie die Hundebesitzerin mit Ohrstöpseln, die mir zweimal begegnete und fast schon angestrengt an mir vor schaute, oder der strenge, ältere Herr, der erst missbilligend Susi, dann mich ansah und dann den Blick gen Himmel warf und der Jogger der, weil mein Hund in seine Richtung schaute, brüllte: „Hau bloß ab du Köter.“ oder die Frau mit dem Zwillingskinderwagen, die wahrscheinlich so erschöpft war, dass sie ihren Blick sowieso auf Bildschirmschoner gestellt hatte. Was ich verstehen kann.
Nun, Alles in Allem gibt es da noch einen erheblichen Lächel-nachhol-Bedarf, im Kölner Stadtwald. Da müssen wir noch dran arbeiten. Ich werde einfach mal weiterlächeln auf meinen Mittagswanderung. Wer weiß, vielleicht macht es ja Schule, wo es doch zu preiswert ist.
balba





