
Sie ist klein, blond, drall, heißt Susi und ist unglaublich knuddelig. Sie ist die Marilyn Monroe vom Adenauer Weiher. Männer, also Rüden kommen nicht an ihr vorbei. Täglich werde ich gefragt ob sie läufig sei, doch sie ist seit einem halben Jahr kastriert (ja, das heißt auch bei Mädchen so).
Alles fing vor eineinhalb Jahren an, als unsere Malteserhündin zum ersten Mal läufig wurde. Nicht genug damit, dass dieses kleine weiße Wollknäuel auch die Herzen der härtesten Hundehasser mit ihrem Charme spielend bricht, ich hätte auch – ganz nach Rattenfängermanier – alle männlichen Stadtwaldhunde (zum Schrecken der Stadt Köln, die denn keine Strafen mehr kassieren könnte) mit Susi aus der Stadt führen können. Auch als sie längst nicht mehr läufig war, liefen wir selten ohne männliche Begleitung durch den Park. Wir gingen Nebenstrecken und schlichen durchs Unterholz, aber die Jungs fanden uns immer. Schweren Herzens und weil ich es mir nicht mit allen Hundebesitzern verscherzen wollte, brachte ich sie zum Arzt zur Operation, obwohl ich ihr wenigstens einen Wurf gegönnt hätte. Allerdings meinte der mit mir verheiratete Mitbewohner, er würde ein weiteres Zusammenleben in einem solchen Fall nochmal überdenken, da ich mich wahrscheinlich von keinem dieser kleinen Kuscheltiere getrennt hätte. Hmm, naja, einen hätte ich vielleicht noch behalten.
Nun fehlt ihr der lockende Duft und eigentlich dürfte sie für Rüden nicht mehr interessant sein, aber ihre Anziehungskraft ist weiterhin ungebrochen. Ist es die neckische Haltung ihres strubbligen Ringelschwänzchens, oder sind es die kleinen Hüpfer, die sie alle paar Schritte macht, so als hätte sie einen Schluckauf wobei beide Hinterbeine gleichzeitig nach oben hüpfen? Sehr anziehend ist auch ihre Art das linke Ohr so nach hinten zu legen, als würde sie die Augenbrauen hochziehen. Was auch immer es ist, wegen unserer kleinen Sexbombe haben sich erst gestern wieder zwei Rüden ordentlich in die Wolle gekommen und eine Hundebesitzerin sagte tatsächlich: "Nun nehmen Sie mal ihren Hund weg, dass ist das Schätzchen von meinem Hund."
Ich weiß nur eins, sollte meine Tochter in sechs bis sieben Jahren ähnliche Anziehungskräfte entwickeln wie unser Hund, dann ziehen wir auf eine einsame, unbewohnte Insel.
Liebe Grüße
Balba
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